Das Jahr der Jubiläen am Pädagogischen Zentrum

Gleich vier Jubiläen "feiert" das Pädagogische Zentrum 2020/21: Die Montessorischule startete vor 35 Jahren, die Heilpädagogische Tagesstätte an der Harderstraße vor 30 Jahren, die Frühförderstelle wurde 20 und die Kita an der Levelingstraße gibt es nun seit zehn Jahren.

Dass es coronabedingt bis zuletzt keine großen Feierlichkeiten geben konnte, finden wir besonders schade. Täglich legen so viele Familien das Wohl ihrer Kinder in die Hände unserer Pädagogen und Therapeuten. Viele Familien identifizierten sich über Jahre hinweg mit unseren Einrichtungen. Unser Dank gilt diesem Vertrauen und natürlich unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die es erst möglich machten, dass sich das Pädagogische Zentrum in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stets weiterentwickelte und heute wirklich ein Zentrum pädagogischer und therapeutischer Kompetenzen in und um Ingolstadt darstellt. 

 

35 Jahre Montessorischule Ingolstadt

Vor 35 Jahren hatte eine Gruppe von Akademikern die Idee einer Integrationsschule, die behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet. Eine Vision, die der Freistaat Bayern so nicht genehmigen wollte. Schließlich durfte eine Montessorischule eröffnen. Die Regierung drückte ein Auge zu und erlaubte, dass dort auch Kinder mit Behinderung aufgenommen werden durften. So gab es erst eine Grundschule (ab 1985) und ab 1994 eine Hauptschule, die ab 2004 zur Mittelschule ausgebaut wurde. Dass nun, seit September 2020, ein Gymnasium das Angebot komplettiert, ist den Gründern der Schule eine besondere Freude: "Es war immer mein Wunsch die Möglichkeit einer Gymnasialausbildung am Pädagogischen Zentrum zu realisieren“, so Dr. Regina Schnell, die noch heute Gesellschafterin des PZ ist und schon damals im Gründungskomitee saß. 

Im Schuljahr 2020/21 sind etwas mehr als 400 Schülerinnen und Schüler an der Montessorischule angemeldet. Das Kollegium umfasst knapp 80 Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter/innen. 

30 Jahre Heilpädagogische Tagesstätte Haus Miteinander

Im August 1990 nahm die Tagesstätte für Heilpädagogik und zur individuellen Sprachförderung ihren Betrieb auf - zunächst mit einer Gruppe und in gemieteten Räumen in der Harderstraße. Bereits ein Jahr später wurde die Tagesstätte auf drei Gruppen erweitert, noch ein Jahr später auf vier. Nachdem das Gebäude 1994 der "Interessengemeinschaft für Heilpädagogik und individuelle Sprachförderung e.V." übertragen wurde, konnte über eine Generalsanierung und einen Erweiterungsbau nachgedacht werden. Zwischen 1997 und 2000 glich die Tagesstätte einer Baustelle. Eine Herausforderung für die Kinder und ihre Betreuer - trotz allem konnte die Tagesstätte noch während der Bauphase auf fünf Gruppen erweitert werden. Ab 1999 bekam die Einrichtung den Namen "Haus Miteinander". Und so entwickelte sich die Heilpädagogische Tagesstätte immer weiter und platzte bald erneut aus den Nähten: 2010 zogen zwei Gruppen in weitere Räumlichkeiten in der Levelingstraße. Später wurde dieser Standort für die HPT geschlossen, dafür ging es in der "Villa Kunterbunt" in der Lannerstraße weiter, wo heute zwei Vorschulgruppen zu Hause sind.  

Derzeit umfasst die Heilpädagogische Tagesstätte insgesamt 12 Gruppen (inkl. Stütz- und Förderklasse) mit über 90 Kindern. Das Betreuer- und Therapeutenteam zählt an die 80 Kolleginnen und Kollegen.

20 Jahre Interdisziplinäre Frühförderstelle

Es ist nun über 20 Jahre her, dass man im Haus Miteinander den Wunsch nach einer Frühförderung hegte. “Während der Arbeit in der Heilpädagogischen Tagesstätte entstand die Idee, die Kinder schon früher zu erreichen, um ihnen eine bestmögliche Entwicklung zu gewähren”, erinnern sie sich Ramona Scheibe und auch Alexandra Brandl. So begann die Geschichte der Interdisziplinären Frühförderung, die Alexandra Brandl seitdem leitet.
An sie wenden sich Eltern, die bezüglich der Entwicklung ihres Kindes verunsichert sind oder die vom Kindergarten oder dem Arzt auf eventuelle Entwicklungsverzögerungen angesprochen wurden. In Zusammenarbeit mit dem Kinderarzt werden dann individuelle Behandlungspläne in Kombination von Heilpädagogik und medizinischer Therapie erarbeitet. Die Förderung ist ein Angebot für Kinder ab der Geburt und bis zum Schuleintritt. “Nun wünsche ich mir, dass das Haus nach dem Wasserschaden bald renoviert ist, uns wieder alle Räumen zur Verfügung stehen und wir auch das Team wieder vergrößern können”, so Alexandra Brandls Blick in die Zukunft. 

Aktuell sind es 23 Therapeuten (Diplom-Psychologin, Sozialpädagogen, Heilpädagogen, Sprach-, Ergo- und Physiotherapeuten) im Team der Interdisziplinären Frühförderung. 

Übrigens: Die Frühförderstelle kooperiert mit Partnern wie zum Beispiel der Harl.e.kin-Nachsorge Neuburg-Ingolstadt, die in diesem Jahr ihr 10-Jähriges Jubiläum feiert. Dabei betreut eine Mitarbeiterin der Frühförderung im Tandem mit einer Kinderkrankenschwester Familien mit früh- und risikogeborenen Kindern, die nach der Geburt ihres Kindes einen schweren Start hatten und zu Hause Unterstützung und Beratung benötigen. 

10 Jahre Kita an der Levelingstraße

"Es bestand schon lange der Wunsch, dass wir zum heilpädagogischen Zentrum eine Kinderkrippe dazuhaben wollten. 2010 konnten wir dann eine Kinderkrippe mit drei Gruppen und eine heilpädagogische Tagesstätte mit zwei Gruppen in der Levelingstraße eröffnen", so Ramona Scheibe. "Anfangs hatten wir keine Türen und die Kinder liefen von einer Gruppe in die andere", erinnert sich Andrea Badent, die damals schon zum Team gehörte. Krippenleitung war damals wie heute Marion Mörtl. Auch sie erinnert sich lebhaft und schmunzelnd an die Anfänge, die dank einer engagierten Elternschaft trotz allem reibungslos verliefen. "Es waren dann auch die Eltern, die sich einen Kindergarten wünschten", ergänzt sie. So eröffnete 2015 die erste Kindergartengruppe, drei Jahre später folgte eine weitere. Den Jubiläumsfilm der Kita an der Levelingstraße finden Sie hier.

Die Kita an der Levelingstraße hat aktuell drei Krippengruppen und zwei Kindergartengruppen mit insgesamt 68 Kindern. Das Betreuungsteam umfasst 21 Erzieher/innen und Kinderpfleger/innen und fünf Therapeuten.