Ergebnisse zur Projektarbeit “Digitale Krippe”

KU-Studentin Jana Neugebauer begann Anfang des Jahres mit einer Projektarbeit im Bereich “Medienarbeit mit Kleinkindern”. Zusammen mit dem Team der Kinderkrippe Hollerstauden entwickelte sie verschiedene Ideen und ihre Umsetzungsmöglichkeiten.

Wichtig war dabei, zu zeigen, dass auch die Kleinsten schon sensibel an das Thema “Medien” herangeführt werden können. Die Arbeit zeigt Erziehern und Eltern Möglichkeiten für einen kindgerechten Umgang mit verschiedensten Medien auf, egal ob CD-Player, Kamera, Mikrofon, Beamer oder tatsächlich auch Smartphone und Tablet. 

“In der Konzeption wird auf die verschiedenen Medienarten eingegangen, die Verwendung finden können. Zum Beispiel der Beamer. Tatsächlich kommen die Kinder hier sogar relativ gut alleine zurecht. Die Erzieher müssen den Beamer lediglich einschalten. Die Kinder können dann mit Bauklötzen oder Händen Schattenspiele gestalten. Möglich ist auch, eine Dschungelwelt einzublenden und gleichzeitig mit einem CD-Player oder über das Tablet Dschungelgeräusche abzuspielen. So können sich mit Hilfe dieser Fantasiewelt und vielleicht noch ein paar Kostümen die schönsten Rollenspiele entwickeln”, erklärt Jana Neugebauer.   

Auch ein Geräusch-Memory (siehe Bild) lässt sich gut umsetzen: Hierbei gibt es Bildkarten auf denen zum Beispiel Bauernhoftiere abgebildet sind. Von einer CD werden Tiergeräusche abgespielt. Die Kinder dürfen die Bildkarten dann entsprechend der Reihenfolge der Geräusche sortieren. “Auch das ist Medienarbeit. Und nach dem Memory ‘Zootiere’ haben die Kinder uns Erwachsenen oft sogar etwas voraus”, meint Jana Neugebauer schmunzelnd. Denn wer weiß schon, welche Geräusche Giraffen machen?  

Kritisch sehen viele Eltern die Arbeit mit Medien wie Smartphones oder Tablets. “Viel zu früh für den Krippenbereich”, ist hier oft das Argument. Jana Neugebauer steuert dagegen: “Mit der App ‘Google Lens’ können Erzieher oder Eltern zum Beispiel bei einem Spaziergang aufkommende Fragen der Kinder sofort abfangen. Welcher Baum ist das? Welcher Käfer? Wer weiß da schon immer adhoc eine Antwort drauf? Mit ‘Google Lens’ kann man den Käfer fotografieren und Google spuckt sofort den Namen des Tieres aus”, erklärt die Studentin. So arbeiten die Kinder selbst nicht wirklich aktiv mit dem Smartphone bzw. der App, müssen aber auf ihre Frage hin auch nicht vertröstet werden. Auf diese Weise führt die Konzeption auch spezielle Suchmaschinen für Kinder auf, wie zum Beispiel die Seite fragFINN.de

Eine praktische Ausführung des Projekts in der Kinderkrippe Hollerstauden war angedacht, leider Corona-bedingt im anberaumten Zeitraum aber nicht umsetzbar. Immerhin die Vorarbeit im Team und eine entsprechende Schulung zum Thema konnte stattfinden. Selbstverständlich kann die Konzeption aber eine Grundlage für die selbstständige Erarbeitung des Themas in einer Kinderkrippe oder auch im Kindergarten sein. Die schriftliche Ausführung liegt dem Pädagogischen Zentrum vor.