FILM Rezension: "Das Prinzip Montessori"

Es ist eine ganz besondere Dokumentation – die Langzeitbeobachtung, die Regisseur Alexandre Murot in einem französischen Montessori-Kinderhaus anstellt. Monika Meider, Lehrerin an der Montessorischule Ingolstadt, hat den Film gesehen und mit uns darüber gesprochen.

„Es ist ein Traum: von der Einrichtungsausstattung bis zu den Kindern“, schwärmt sie. Die Regale sind so angebracht, dass die Kinder sich aus jedem Fach selbständig bedienen können, die Räume sind groß und offen, die Erzieher sind zurückhaltend und beobachtend oder beschäftigen sich ganz explizit und intensiv nur mit einem Kind. Für Monika Meider ist das DAS Ideal einer Montessori-Einrichtung. Aber ob es tatsächlich die Realität trifft? Auch die Kinder im Film seien erstaunlich konzentriert und ruhig.

Grundsätzlich schafft es der Film die Prinzipien Montessoris richtig gut herauszuarbeiten: Bei der Materialarbeit zum Beispiel haben die Kinder viele Freiheiten. Wenn das Interesse zum Schreiben lernen oder auch für Mathematik im vierstelligen Bereich da ist, dann wird das zugelassen. So zeigt der Film auch ganz deutlich, dass Kinder unterschiedlich sind und dass man sie einfach nicht vergleichen kann. „Die vorbereitete Umgebung spielt eine tragende Rolle in der Montessori-Pädagogik. Es ist das Material, das die Kinder erzieht. Von ‚Laissez-faire‘ kann wirklich nicht die Rede sein. Das arbeitet der Film ganz deutlich heraus“, so die Lehrerin.

Monika Meider empfiehlt den Film vor allem anderen Pädagogen, aber auch Eltern. Danach sollte es jedoch eine Möglichkeit des Austauschs geben. Denn vieles sei ungewohnt. Wenn zum Beispiel Dreijährige mit dem Feuer spielen oder zum Obst schälen scharfe Messer benutzen dürfen. „Schade ist auch, dass der Film Überlänge hat“, fügt sie hinzu. 104 Minuten, das sei vor allem für Neulinge auf dem Gebiet doch etwas anstrengend.

„Absolut sehenswert! Vor allem als Diskussionsgrundlage“, resümiert Monika Meider zum Schluss des Gesprächs. Aus diesem Grund hat das Pädagogische Zentrum Ingolstadt eine Exklusivvorstellung für PZ-Mitarbeiter organisiert (21. November 11 Uhr, Altstadtkinos Ingolstadt.). Details und Anmeldung über kommunikation@no-spam-pleasepz-in.de.