Platz für 20 zusätzliche Kindergarten-Kinder

Jedem Kind ein Kindergartenplatz – wenn es so einfach wäre! Der Bedarf an Betreuungsplätzen in Ingolstadt ist groß, zu groß. Aus der Not heraus klopfte die Stadt Ingolstadt Anfang 2016 daher bei den privaten Trägern an. Der Integrationskindergarten Hollerstauden hat daraufhin Platz geschaffen, neues Personal eingestellt und 20 Kinder in die neue „Regenbogengruppe“ aufgenommen.

 

Sanfter Start für Regenbogengruppe 

Am 12. September 2016 war es für die ersten fünf „Neuen“ soweit: Der erste Tag im Kindergarten! Für mache Eltern war die Ernüchterung groß, erwarteten ihre Kleinen doch eher karge Räume ganz ohne bunte Spielsachen. Selbst dort wo eigentlich die neue Küche stehen sollte, klaffte noch ein leeres, trostloses Eck. „Wir starteten mit ein paar Tischen und Stühlen“, erinnert sich Gudrun Auner, die bereits seit 20 Jahren im Integrationskindergarten Hollerstauden arbeitet und diesen inzwischen auch leitet. 

Täglich Neues auspacken und entdecken

Die Kinder haben das sehr locker aufgenommen. Schließlich kam jeden Tag etwas Neues hinzu, das gemeinsam ausgepackt wurde. „Uns ist das Material an sich nicht so wichtig“, erklärt Auner, die nach den Prinzipien ihrer Montessori-Ausbildung das Kind - und nicht das Spielzeug, das es umgibt - im Mittelpunkt sieht. Beim täglichen Auspacken konnten die Kinder zugleich miterleben, wie ihr Kindergarten zu einem richtig schönen Platz wird, zum Spielen, Toben, Entdecken und Großwerden. 

 

Nach und nach kamen weitere Kinder hinzu, immer Montags und Mittwochs jeweils drei Kindergarten-Neulinge. Eine anstrengende Eingewöhnungszeit für alle. Inzwischen aber sind fast alle Kinder „angekommen“, und auch die beiden neuen Pädagoginnen haben sich bestens in das bestehende Team integriert. Ab Dezember macht dann eine dritte Pädagogische Fachkraft das neue Team komplett.

„Regenbogen“ als Brücke zu „Sonne“ und „Regentropfen“

Regenbogengruppe – so steht es gleich am Eingang, regenbogenbunt gestaltet auf einer großen Papp-Wolke. „Mit der Namensgebung wollen wir eine Brücke schlagen zu den beiden bestehenden Gruppen“, erklärt Auner. Nicht nur für die Kinder, die noch das eher kuschelige Nest mit zwei kleinen Gruppen kennen, auch für manche Eltern ist die Erweiterung des Kindergartens um eine neue Gruppe gewöhnungsbedürftig. Selbst Auner, die in diesen Kindergarten seit seiner Eröffnung von 20 Jahren arbeitet, gibt zu: „Für mich war es am Anfang schwierig, mich auf das Ganze einzulassen. Hinzu kommt die räumliche Trennung.“ Dass der Brückenschlag zu den beiden bestehenden Gruppen aber unbedingt gewollt ist, soll daher auch mit dem Namen „Regenbogengruppe“ gezeigt werden. 

Pädagogik auf der Basis von Maria Montessori

Die Pädagogik des Integrationskindergartens Hollerstauden beruht auf den Prinzipien von Maria Montessori. „In erster Linie ist es die Einstellung zum Kind, die unsere Pädagogik ausmacht“, erläutert Auner. „Jedes Kind ist sein eigener Baumeister. Wir holen es dort ab, wo es gerade steht.“ Spätestens nach zwei Jahren müssen auch die „neuen“ Pädagoginnen die Montessori-Qualifikation starten. Auner: „Wir unterstützen und begleiten in unserem Kindergarten jedes Kind gemäß seinen eigenen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Interessen. Wir bauen eine besondere Beziehung zum Kind auf. Wir sehen es in seiner Ganzheit: Jeder Mensch ist eine Ganzheit von Kopf, Herz und Verstand.“

Auch die neue Gruppe soll Integrationsgruppe werden

„Unser Ziel ist es, dass auch die Regenbogengruppe eine Integrationsgruppe wird“, erklärt Auner. Das sei langfristig auch für die Betriebserlaubnis des Integrationskindergartens wichtig. Dann betreuen 3 Pädagogische Fachkräfte insgesamt 16 (oder in Ausnahmefällen maximal 17 Kinder), wovon bis zu 4 Kinder aufgrund ihrer besonderen Bedürfnisse eine individuelle Förderung erhalten.