„Wir wollen etwas bewegen“: Montessori-Schule Ingolstadt startet Europa-Projekt

Ingolstadt – Unter dem Motto „Mehr Bewegung im Unterricht“ will die Johann-Michael-Sailer-Schule gemeinsam mit europäischen Partnern neue Lehrmethoden ausprobieren. Mit einem Festakt wurde das zweijährige Erasmus-Projekt in Ingolstadt am Freitag, dem 14.10.2016, vorgestellt.

Wir sind Erasmus-Schule!

Der Schulchor sang auf Englisch, in der ersten Reihe der gut besetzten Turnhalle schwenkten Schüler Landesflaggen der Partnerschulen. Zwei Jahre lang geht es unter der Federführung der Johann-Michael-Sailer-Schule bei der Partnerschaft mit Schulen in Portugal, Polen, Lettland und Slowenien darum, mehr Bewegung in den Unterricht zu bringen.

Mit Erasmus Lernen und Lehren aktiver machen

„Wir sind alle unterschiedlich, aber wir haben alle auch viel gemeinsam“, sagte Schulleiterin Christina Dreinhöfer bei ihrer Begrüßung der europäischen „Freunde“. Es gehe bei dem Europa-Projekt darum, das Lehren und Lernen aktiver zu machen. „Wir wollen etwas bewegen – we want to move!“, so Dreinhöfer.

Europaweit auf Augenhöhe kommunizieren

Dr. Regina Schnell, Mitbegründerin der Schule und Vorsitzende des Förderkreises für integrierte Erziehung, erklärte in bewegenden Worten, wie wichtig Europa für ein friedvolles Miteinander sei. „Menschen, die sich kennen und auf Augenhöhe miteinander kommunizieren, wissen, dass wir uns alle gegenseitig brauchen“, betonte Frau Dr. Schnell. Freundschaft sei der beste Weg, sich miteinander zu vereinen. Sie gratulierte der Schule zum EU-Projekt und wünschte Verbindungen und Freundschaften über die Grenzen hinweg.

Teil eines europäischen Netzwerkes

Wieso die Schüler selbst auch stolz darauf sein können, dass ihre Schule als einzige Mittelschule in Ingolstadt jetzt eine Erasmus-Schule ist, erklärte Geschäftsführer Philip Hockerts: „Ihr seid jetzt Teil eines europäischen Netzwerkes.“ Viel Applaus begleitete das Abschlusslied der Schüler, das die europäische Idee gleich noch eine Stufe weiter trug: „We are the world!“

Kick-Off in Ingolstadt

Je zwei Lehrer der Partnerschulen aus Polen, Portugal, Lettland und Slowenien waren eine Woche lang zu Besuch in Ingolstadt zum Kick-Off des Projekt YEMA. YEMA steht für Young Europaeans on the move by active learning and teaching und ist ein Kooperationsprojekt des EU-Förderprogramms für Bildung, Jugend und Sport Erasmus+. Die Johann-Michael-Sailer-Schule ist die koordinierende Schule des zweijährigen Projekts.

Andere Länder, andere Lehrmethoden

Mit dieser strategischen Schulpartnerschaft sollen Materialen für den zweisprachigen Unterricht entwickelt und erprobt werden. Andere Länder, andere Methoden! In Lettland etwa wird „Lernen durch Nachforschen und Ermitteln“ (inquiry based method) großgeschrieben. Schüler in Slowenien lernen intensiv durch das Bauen von Modellen, gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern. Die portugiesische Partnerschule ist besonders innovativ in ihrer Umwelterziehung. Und in Polen setzt man neben handlungsorientiertem Fremdsprachenunterricht auch Badminton als Schulsport ein.

5 Länder, 1 Methode

In sechs Projektwochen, die simultan an allen fünf Schulen stattfinden, tauschen sich die Schüler und Lehrer über die Lernplattform eTwinning aus. Geplant sind zudem Projekttreffen an allen Partnerschulen. Die Ziele: das Interesse der Schüler an Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern stärken, interkulturelle Kompetenzen aufbauen, Teamarbeit fördern und Medienkompetenz sowie Englischkenntnisse verbessern.

Erasmus+: aufwendige Bewerbung

Gertraut Binder Catana, Fachlehrerin für Deutsch und Englisch an der Johann-Michael-Sailer-Schule, setzt sich schon seit Jahren für den internationalen Austausch ihrer Schüler ein. Bei einer Fortbildung zu eTwinning keimte die Idee, sich für ein Projekt im Rahmen des EU-Förderprogramms Erasmus+ zu bewerben. Der erste Funke für das YEMA-Projekt entstand bei einem Kontakte-Seminar im Oktober 2015, wo sich die Vertreter der Partnerschulen kennenlernten. Das Auswahlverfahren war aufwendig und langwierig. 70 Seiten Antrag galt es auszufüllen. Es hat sich gelohnt: Die Zusage erreichte die Johann-Michael-Sailer-Schule erst kurz vor den Sommerferien. „Jetzt soll daraus ein richtiger Flächenbrand werden“, wünscht sich Binder-Catana.