Nachdem sie sich vor einiger Zeit bei der DKMS registriert hatte, kam vor wenigen Monaten tatsächlich die Nachricht: Katharina ist ein „genetischer Zwilling“ und kommt als Stammzellspenderin infrage. Für sie war sofort klar, dass sie diese Chance nutzen möchte. Wir haben mit ihr über ihre Erfahrungen gesprochen, um zu zeigen, wie einfach es sein kann, ein Leben zu retten.
Das Interview: „Ein kleiner Piekser für ein ganzes Leben“
Katharina, was war der Auslöser für dich, dich registrieren zu lassen, und wie hast du dich gefühlt, als der Anruf kam, dass du tatsächlich als Spenderin infrage kommst?
Katharina: Ich bin damals durch einen Social-Media-Aufruf auf die DKMS aufmerksam geworden und habe mir einfach gedacht: Registrieren schadet ja nicht. Zu dem Zeitpunkt hätte ich niemals damit gerechnet, dass ich jemals als Spenderin infrage kommen würde. Als vor einiger Zeit der Anruf kam, dass ich eventuell der genetische Zwilling eines Menschen bin, war ich baff und habe sofort für die Voruntersuchung bzw. Spende eingewilligt.
Viele Menschen haben Respekt vor dem Eingriff – wie hast du die Spende erlebt und war es so, wie du es dir vorgestellt hast?
Ich finde, man braucht keine Angst vor der Spende zu haben. Das DKMS-Team hat sich super um mich gekümmert und ich habe mich total aufgehoben gefühlt. Klar „piekst“ die Spende ein bisschen, aber dafür ein Menschenleben retten zu können, ist es definitiv wert. Ein paar Stunden nach der Spende konnte ich auch ganz normal in meinen Alltag zurückkehren.
Was würdest du Menschen sagen, die noch unschlüssig sind, ob sie sich ebenfalls registrieren lassen sollen?
Wenn du unschlüssig bist, denk daran: Für dich ist es nur ein kleiner Schritt – für jemand anderen kann es die einzige Chance auf Leben sein. Sich bei der DKMS registrieren zu lassen tut nicht weh, kostet nichts und kann im Ernstfall ein Leben retten. Jeder Einzelne zählt!
Wir danken Katharina für ihre Offenheit und ihr Angebot, ihre Erfahrung hier zu teilen. Das Pädagogische Zentrum als Träger und das Kollegium sind unglaublich stolz auf Katharinas Mut und ihr Engagement – sie zeigt uns eindrucksvoll, dass jeder von uns mit einer kleinen Geste zum Lebensretter werden kann. Übrigens: Ob die Transplantation erfolgreich war, erfährt Katharina erst nach einer gewissen Zeit. Aus Datenschutzgründen bleibt der Kontakt zwischen Spender und Patient zunächst anonym, doch wir drücken fest die Daumen, dass ihr ‚genetischer Zwilling‘ durch diese Spende ein neues Leben geschenkt bekommt.
Gut zu wissen: Wie funktioniert eine Stammzellspende?
Stammzellspenden sind die wichtigste Waffe im Kampf gegen Blutkrebs. Hier sind die wichtigsten Fakten für alle, die Katharinas Beispiel folgen möchten:
- Die Registrierung: Ein einfaches Set mit Wattestäbchen für einen Wangenabstrich genügt. Man kann es kostenlos online bei der DKMS bestellen.
- Die Spendearten: In ca. 90 % der Fälle erfolgt eine periphere Stammzellentnahme. Das funktioniert ähnlich wie eine Dialyse oder eine längere Blutspende; die Stammzellen werden direkt aus dem Blut gefiltert.
- In seltenen Fällen (ca. 10 %) ist eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm unter Vollnarkose nötig.
- Wer darf spenden? Grundsätzlich jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren.
- Kosten: Für Spender entstehen keine Kosten. Die DKMS übernimmt alle Auslagen (Fahrtkosten, Verdienstausfall etc.).
Alle Infos und das Registrierungsset unter www.dkms.de.
