Eine Stunde pro Woche widmen sich aktuell schon die 5. und 6. Klassen thematischen Schwerpunkten wie Selbstreflexion, emotionale Intelligenz und Lebenszufriedenheit. Dabei arbeiten die Schüler:innen mit einem speziell entwickelten Schulbuch, das wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Ansätzen kombiniert.
Ziel des Unterrichts ist es, die Jugendlichen widerstandsfähiger zu machen. Sie lernen ihre individuellen Stärken kennen und erfahren, wie sie konstruktiv mit Rückschlägen umgehen können. „Unsere Schüler sollen sich ihrer eigenen Fähigkeiten und Ressourcen bewusst werden“, erklärt Gymnasialschulleiter Vitus Lehenmeier. Für ihn ist das neue Fach eine konsequente Fortführung des ganzheitlichen Ansatzes in der Montessori-Pädagogik.
Die praktische Umsetzung im Klassenzimmer erfordert Fingerspitzengefühl. Sandra Taubmann ist Klassenleitung der 5. Klasse und spezialisierte sich in einer umfassenden Fortbildung für das besondere Angebot. Sie ist überzeugt von der Notwendigkeit des Projekts: „Ich möchte die Kinder darin begleiten, ihre Resilienz, ihre innere Stärke und ihre mentale Gesundheit bewusst zu entwickeln. Die Kinder lernen zudem grundlegende Strategien der Selbstfürsorge, Achtsamkeit und emotionalen Regulation. Das Fach unterstützt sie dabei, ein gesundes Selbstbild aufzubauen und sich in einer zunehmend komplexen Welt sicher zu bewegen.”
Wie konkret die Inhalte im Alltag helfen, zeigen die ersten Rückmeldungen. Schülerin Klara berichtet etwa von der „Schwamm-drüber-Methode“. Das Prinzip ist simpel, aber effektiv: Nach einem Konflikt signalisieren beide Parteien, dass die Sache geklärt ist und kein Groll zurückbleibt, in dem sie “Schwamm drüber” sagen. Werkzeuge wie diese sollen den Jugendlichen helfen, soziale Dynamiken besser zu verstehen und Stress abzubauen.
Das Montessori-Gymnasium Ingolstadt setzt mit diesem Schritt ein deutliches Zeichen für eine moderne Schulkultur, in der auch die psychische Gesundheit eine tragende Rolle einnimmt.
