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Integrationskita - was ist das eigentlich?

All unsere Regeleinrichtungen sind sogenannte Integrationseinrichtungen. Aber was bedeutet das eigentlich konkret für den Alltag in unseren Krippen, Kindergärten und dem Hort? Unsere Koordinatorinnen für den Bereich Kindertagesstätten Marion Weichenrieder und Michaela Adlkofer klären auf:

Marion: Inklusion oder Integration bedeutet schlichtweg: „Es ist normal, verschieden zu sein.“ Es geht nicht nur um Kinder mit einer Diagnose. Es geht darum, dass wir jedes Kind mit seinen individuellen Stärken und seinem eigenen Tempo annehmen. Wir passen die Umgebung an das Kind an – nicht umgekehrt. In der Praxis heißt das: mehr Personal, kleinere Gruppen und eine spezialisierte pädagogische Begleitung.

Manche Eltern sorgen sich, dass Kinder ohne Förderbedarf weniger Aufmerksamkeit erhalten, weil das Team stärker mit den „besonderen“ Herausforderungen beschäftigt ist. Ist diese Sorge berechtigt?
Marion: Ganz im Gegenteil. Durch den Status als Integrationseinrichtung verbessert sich der Betreuungsschlüssel für alle. Wir haben zusätzliche Fachkräfte in den Gruppen. Davon profitiert auch das Kind, das „nur“ mal einen schlechten Tag hat oder gerade einen Entwicklungsschub durchmacht. Jedes Kind bekommt bei uns mehr individuelle Augenblicke.

Welchen Vorteil haben Kinder ohne Beeinträchtigung davon, in einer integrativen Gruppe aufzuwachsen?
Michaela: Sie entwickeln eine hohe Sozialkompetenz, die man in keinem Lehrbuch lernen kann. Sie erleben Empathie, Geduld und Hilfsbereitschaft als völlig natürlich. Kinder hinterfragen Unterschiede meist gar nicht – sie spielen einfach zusammen. Diese unvoreingenommene Haltung ist eine Schlüsselqualifikation für ihre gesamte Zukunft.

Inklusion erfordert Fachwissen. Wie bereiten wir unsere Erzieherinnen und Erzieher auf diese Aufgabe vor?
Marion: Unsere Teams werden kontinuierlich fortgebildet. Wir arbeiten interdisziplinär, das heißt, wir tauschen uns eng mit Therapeuten, Psychologen und Fachdiensten aus. Dieser „Blick von außen“ schärft unsere Wahrnehmung für die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes in der Gruppe.

Im Hort wird der Leistungsdruck durch die Schule oft größer. Wie passt Inklusion in diese Phase?
Michaela: Eine gelingende Inklusion setzt für uns eine enge Zusammenarbeit zwischen Hort, Schule und Eltern voraus. Wir zeigen den Kindern, dass ihr Wert nicht von Leistungen abhängig ist. Wir schaffen eine wertschätzende Umgebung, in der das soziale Miteinander eine zentrale Rolle spielt. Kinder können ihren Interessen und Fähigkeiten nachgehen, Erfolgserlebnisse sammeln und werden dementsprechend stark für das Leben gemacht.