In der Kita Immergrün wurde die Theorie schnell zur Praxis. Gemeinsam mit den Kindern startete der Besuch ein physikalisches Experiment: Mit Alufolie präparierte Gefäße bündelten das Sonnenlicht so präzise, dass Schokolade darin schmolz. Es war ein Moment des gemeinsamen Staunens, der zeigte, wie Pädagogik Neugier weckt. Zeitgleich vertiefte sich im Integrationshort ein Schüler in die Welt der Montessori-Mathematik. Er erarbeitete mit den Kindern die Zahlenräume und erlebte dabei, wie logisches Denken und pädagogisches Feingefühl ineinandergreifen.
Der Austausch funktionierte in beide Richtungen. Während Gäste unser Zentrum besuchten, erkundeten Schüler der schuleigenen Mittelschule am Boys’ und Girls’ Day Betriebe in der Region. Ihre Eindrücke hielten sie später in Bildcollagen fest, die von Mut und neuen Erkenntnissen erzählten. Die dreizehnjährige Fanni, die bei einem Fachbetrieb für Energiesysteme hinter die Kulissen blickte, fasste es treffend zusammen: “Auch wenn man ein Gebiet betritt, das einem fremd ist, kann es riesigen Spaß machen, etwas völlig Neues zu sehen.” Ähnlich erging es dem 13-jährigen Michael im Baumarkt, der neben praktischer Arbeit vor allem neues Wissen und wertvolle Erfahrung mit nach Hause nahm.
Warum investieren wir so viel Herzblut in diesen Aktionstag?
Der Girls’ und Boys’ Day wurde ins Leben gerufen, um starre Rollenbilder bei der Berufswahl aufzubrechen. Es geht darum, Talent nicht durch Geschlechterklischees zu begrenzen. “Wir als Pädagogisches Zentrum bieten den Boys’ Day ganz bewusst an, weil wir davon überzeugt sind, dass Kinder von gemischten Teams profitieren. Männliche Bezugspersonen bringen andere Impulse und Sichtweisen in den Erziehungsalltag ein”, so PZ-Geschäftsführer Philip Hockerts. Indem unser Zentrum jungen Männern aufzeigt, wie anspruchsvoll und erfüllend die Arbeit mit Menschen ist, legt es den Grundstein für eine moderne Arbeitswelt, in der am Ende nur eines zählt: die Leidenschaft für den Beruf.
